Jello

Jello-Effekt

Videoqualität

Was ist Jello?

Jello (englisch für Wackelpudding) bezeichnet ein typisches Videofehler-Bild bei FPV-Drohnen: Das aufgenommene Bild wirkt wellenartig verzerrt und „wackelt" wie Gelatine – besonders bei schnellen Bewegungen oder Vibrationen. Der Effekt entsteht durch das Zusammenspiel von Drohnenvibrationen und dem Rolling-Shutter-Mechanismus moderner Kamerasensoren.

Warum entsteht Jello?

Die meisten FPV-Kameras und Action-Cams verwenden einen sogenannten Rolling Shutter: Der Sensor liest das Bild nicht auf einmal aus, sondern zeilenweise von oben nach unten. Bei starken Vibrationen hat sich die Drohne zwischen dem Auslesen der ersten und der letzten Zeile bereits leicht bewegt – das Ergebnis ist ein verzerrtes, welliges Bild.

Häufige Ursachen für Jello:

  • Beschädigte oder unausgewuchtete Propeller – die häufigste Ursache
  • Lose Schrauben am Frame oder an den Motoren
  • Defekte Motoren mit Lagerschaden (rauer Lauf)
  • Kamera ohne Dämpfung – direkter Kontakt mit dem vibrierenden Frame
  • Zu steife Kameramontage – überträgt Vibrationen ungefiltert

Jello vermeiden und beheben

1. Propeller prüfen und tauschen

Der erste Schritt bei Jello ist immer ein Blick auf die Propeller. Selbst kleine Chips oder Risse können starke Vibrationen erzeugen. Propeller sind Verschleissteile – regelmässiger Tausch ist günstig und effektiv.

2. Motoren prüfen

Drehe jeden Motor von Hand. Er sollte sich gleichmässig und ohne Ruckeln drehen. Ein rauer oder kratzender Motor hat ein defektes Lager und muss getauscht werden.

3. Alle Schrauben nachziehen

Lose Motorschrauben oder ein loser Stack übertragen Vibrationen direkt auf die Kamera. Regelmässige Kontrolle mit einem passenden Schraubenzieher ist Pflicht.

4. Kamera-Dämpfung (Soft Mounting)

Viele FPV-Frames bieten die Möglichkeit, die Kamera auf Gummi-Dämpfern (sogenannte „soft mounts") zu montieren. Diese absorbieren hochfrequente Vibrationen, bevor sie die Kamera erreichen.

Bei Tinywhoops ist Jello oft auf beschädigte oder verschmutzte Props zurückzuführen. Einfach alle vier Propeller tauschen – das kostet wenige Euro und löst das Problem in den meisten Fällen sofort.

5. Props balancieren

Fortgeschrittene Piloten wuchten ihre Propeller mit einem Prop Balancer aus. Dabei wird ein kleines Stück Klebestreifen auf der leichteren Seite angebracht, bis beide Seiten gleich schwer sind. Bei hochwertigen Props ist das aber meist nicht nötig.

Jello in der Post-Production beheben

Wenn das Videomaterial bereits aufgenommen ist, lässt sich Jello nachträglich in Videoschnittprogrammen reduzieren:

  • Warp Stabilizer in Adobe Premiere Pro
  • Gyroflow – nutzt die Gyro-Daten der Drohne für präzise Stabilisierung
  • DaVinci Resolve – integrierte Stabilisierungsfunktion

Eine vollständige Beseitigung ist jedoch selten möglich – besser ist es, Jello von vornherein zu vermeiden.